Es mag schwer vorstellbar sein, aber der Strompreis in Ungarn ist in den letzten Jahren tatsächlich drastisch gesunken. Hier am Nordufer des Plattensees haben wir eine aktuelle Stromrechnung dazu genutzt den aktuellen Strompreis zu berechnen (Mitte April 2019). Bei einer Menge von 288 kWh für den 2 Monats-Abrechnungszeitraum betrug der Rechnungsbetrag gut 8.900 Forint. Die Menge verteilt sich fast identisch auf Normaltarif (146 kWh) und etwas verbilligtem Nachstrom (142 kWh).

Beim aktuellen Euro-Forint-Kurs von 1:322 kommt man somit auf einen kWh-Betrag von.......................

9,6 Cent/kWh Strompreis in Ungarn

Ergänzend möchte man dazu anmerken, dass hier praktisch kein Windrad zu sehen ist und Luft und Wasser beste Qualität bieten. Ungarn setzt bei der Stromversorgung vor allem auf ein bestehendes Atomkraftwerk, sowie viele zur Jahrtausendwende gebaute oder umgerüstete Erdgaskraftwerke. Trotz großer Flüsse wie Donau und Theiß spielt die Wasserkraft in Ungarn praktisch keine Rolle. Die auch hier zunehmende, aber nichts ausufernde, Windkraft konzentriert sich auf einige windreiche Gegenden, zum Beispiel an der Grenze zu Österreich. Solaranlagen werden zwar auch staatlich gefördert, man findet sie aber bei dem geringen Strompreis fast nur auf Neubauten oder teuren Immobilien.

Niedriger Strompreis in Ungarn

Die Gründe für diesen niedrigen Strompreis in Ungarn kann man an 2 Dingen festmachen. Zunächst einmal wurden durch die aktuelle Regierung die Gewinne der Energieversorger stark beschnitten, was entgegen den vorgebrachten Bedenken aber nicht dazu geführt hat, dass sich die Unternehmen aus Ungarn zurückzogen oder sogar die Stromversorgung gefährdet wurde. Zum anderen entfallen die zum Beispiel exorbitant hohen Gebühren, Umlagen und Steuern, die in Deutschland fast 50% des Strompreises ausmachen. Die obige Rechnung beinhaltet dabei schon die gültige Mehrwertsteuer von 27%! Die durch die staatlichen Eingriffe eingesparten Kosten seit dem 1. Januar 2013 sind für den Verbraucher auf jeder Stromrechnung aufaddiert nachzulesen. Mag mancher als "Propaganda" sehen...mancher sieht es als Verbraucherinformation.