Autokauf Ungarn

Ein Autokauf in Ungarn kann sich heute durchaus lohnen - das gilt zumindest für Neuwagen. Zu einem ist der Wechselkurs Euro zu Forint immer noch sehr günstig für Käufer aus dem Euro-Raum, zum anderen kommt die Besonderheit der sehr hohen ungarischen Mehrwertsteuer noch hinzu, die aktuell bei 27% liegt. Käufer aus dem Ausland müssen diese nämlich nicht abführen, sondern erhalten bei Ausfuhr des Fahrzeuges eine Rechnung ohne Mehrwertsteuer. Die Steuer ist dann im eigenen Land selbstständig beim Finanzamt abzuführen. Am Beispiel von Deutschland mit 19% Mehrwertsteuer spart man also hier alleine schon 8% auf den Preis des Fahrzeuges ein.

Überführungsgebühren kennt man in Ungarn direkt nicht. Bereitstellungsgebühren sind in der Regel sehr niedrig. Auch hier kann man also schnell mehrere hundert EURO sparen.

Generell können Fahrzeuge im EU-Ausland einen günstigeren Händlerpreis haben als in Deutschland oder Österreich, aber das ist aber natürlich von Marke zu Marke sehr verschieden.

Was ist beim Autokauf in Ungarn zu beachten?

Problem Nummer 1 beim Autokauf in Ungarn ist natürlich die ungarische Sprache, denn man unterschreibt in der Regel natürlich ungarische Kaufverträge und erhält ungarische Papiere. Ohne eine ungarischsprachige Begleitung sollte man den Kauf also tunlichst nicht tätigen, um keine unliebsamen Überraschungen zu erleben. Ebenso muss man berücksichtigen, dass Handbücher und Fahrzeugpapiere un Ungarisch abgefasst sind. Sind die Papiere vollständig, so stellt das in der Regel jedoch kein Problem bei der Anmeldung im Heimatland (innerhalb der EU) dar.

Bei der Bezahlung des Fahrzeuges ist natürlich zu berücksichtigen, dass man Kursverluste beim Wechseln oder Überweisen hat, da die Händler in der Regel keine EUROs akzeptieren.

Um die Überführung des Fahrzeuges muss man sich selbst kümmern. Mit dem Hänger ist es am unkompliziertesten, da keine weiteren Formalitäten notwendig sind. Will man das Auto selbst überführen, so kann einen der Händler in der Regel Überführungskennzeichen und -versicherung besorgen. Die Kosten hierfür liegen zwischen 100 und 200 Euro. Das Überführungskennzeichen ist dabei aber 30 Tage gültig.

Da das Auto noch nicht offiziell angemeldet ist, kann es sein, dass der Händler das Garantieheft erst später per Post nachschickt. Die offizielle Garantie für das Fahrzeug beginnt erst mit der Anmeldung und man muss die Fahrzeugpapiere dann per E-Mail dem Händler zukommen lassen, damit die Garantie gültig wird.

Wie schon oben erwähnt muss der Käufer direkt nach dem Kauf im Heimatland die fällige Mehrwertsteuer abführen - in Deutschland innerhalb von 10 Tagen (die Zulassungsstelle meldet den Vorgang an das Finanzamt!). Dazu ist selbstständig ein Formular Ust 1B auszufüllen und beim Finanzamt einzureichen. Die Umrechnung von Forint zu EURO führt man dabei selbst durch, mit dem Wechselkurs des Kaufdatums. Gleichzeitig muss die fällige Mehrwertsteuer ohne weitere Aufforderung überwiesen oder eingezahlt werden.

Bei der Zulassung kann es zwar etwas länger dauern, aber es ergeben sich in der Regel keine größeren Probleme. Zu denken ist in jeden Fall an deutsche Besonderheiten, also etwa Umweltplakette besorgen und deutschen Verbandskasten ins Auto.

Besonderheiten beim Autokauf in Ungarn

Beim Kauf eines Neuwagens in Ungarn muss man berücksichtigen, dass die Modelle auf unterschiedlichen Märkten unterschiedlich ausgestattet sein können. Man muss die Modell-Wahl also schon mit einem ungarischen Prospekt vornehmen. Ebenso muss man sich bewusst sein, dass Bordcomputer und Navigationssystem natürlich auf Ungarisch voreingestellt sind, was sich aber häufig schnell und einfach ändern lässt. Das Kartenmaterial des Navis kann dagegen häufig unvollständig sein - also zum Beispiel nur Osteuropa umfassen. Hier können also Mehrkosten entstehen.

Fazit

Inklusive aller Extra-Kosten können beim Autokauf in Ungarn so bis zu 30% eingespart werden, allerdings hat man natürlich einen erhöhten Aufwand. Ohne jemanden der Ungarisch spricht oder sich lokal auskennt, sollte man aber selbst die Finger davon lassen und sich an einen EU-Importeur wenden.

Ein Gebrauchtwagenkauf in Ungarn lohnt sich dagegen nicht.

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